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Die Bindegewebsmassage ist eine spezielle physiotherapeutische Technik, die nicht primär auf die Muskulatur, sondern auf die Gewebeschichten unter der Haut einwirkt. Durch gezielte Zug-, Schiebe- und Dehnreize sollen Reflexmechanismen im Körper angeregt werden. Die Methode wird auch als Bindegewebsmassage nach Elisabeth Dicke bezeichnet und ist Bestandteil verschiedener physiotherapeutischer Behandlungskonzepte.
In diesem Artikel erfahren Sie, was ist Bindegewebe, wie eine Bindegewebsmassage funktioniert, welche Wirkungen ihr zugeschrieben werden und wann sie eingesetzt werden kann.
Was ist Bindegewebe?
Viele Menschen fragen sich: „Was ist Bindegewebe?“
Das Bindegewebe durchzieht nahezu den gesamten Körper und verbindet unterschiedliche Strukturen miteinander. Es umhüllt Organe, Muskeln, Nerven und Blutgefäße, sorgt für Stabilität und unterstützt zahlreiche Stoffwechselprozesse.
In der modernen Medizin wird das bindegewebe med als wichtiger Bestandteil des Bewegungs- und Stützapparates betrachtet. Veränderungen im Bindegewebe können sich auf Beweglichkeit, Spannungsempfinden und das allgemeine Wohlbefinden auswirken.
Was ist eine Bindegewebsmassage?
Die Bindegewebsmassage wurde Ende der 1920er Jahre von der deutschen Physiotherapeutin Elisabeth Dicke entwickelt.
Anders als klassische Wellnessmassagen konzentriert sich diese Methode nicht auf das Kneten der Muskulatur. Stattdessen werden gezielte Haut- und Unterhautreize gesetzt, die über sogenannte Reflexzonen verschiedene Körperbereiche beeinflussen sollen.
Dabei werden meist keine Öle verwendet, damit der Therapeut direkten Kontakt zur vorgesehenen Gewebeschicht hat.
Aufbau einer Bindegewebsmassage
Eine vollständige Bindegewebsmassage erfolgt meist schrittweise.
Grundaufbau
Der Schwerpunkt liegt zunächst auf dem Bereich des unteren Rückens.
Erste Behandlungsreihe
Die Behandlung wird auf die Brustwirbelsäule ausgeweitet.
Zweite Behandlungsreihe
Anschließend werden Schulter-, Nacken- und obere Rückenbereiche einbezogen.
Durch diesen stufenweisen Aufbau kann die Reaktion des Körpers beobachtet und individuell berücksichtigt werden.
Wie wirkt die Bindegewebsmassage?
Die Wirkung der Bindegewebsmassage wird auf verschiedenen Ebenen erklärt.
Lokale Gewebewirkung
Die speziellen Grifftechniken erzeugen mechanische Reize in Haut und Unterhautgewebe. Dadurch kann sich die Beweglichkeit einzelner Gewebestrukturen verbessern.
Einfluss auf das Nervensystem
Zusätzlich werden sensorische Nervenfasern stimuliert. Viele Patienten berichten nach der Behandlung über:
- ein Wärmegefühl
- mehr Entspannung
- verbessertes Körpergefühl
- Lockerung verspannter Bereiche
Forschungsergebnisse deuten zudem darauf hin, dass sich lokale Durchblutungsprozesse und Muskelspannungen verändern können.
Bindegewebsmassage und Durchblutung
Ein häufiges Anwendungsgebiet ist die Unterstützung der lokalen Durchblutung.
Wer unter schlechte durchblutung beine leidet, berichtet häufig über:
- kalte Füße
- Schweregefühl in den Beinen
- Kribbeln
- schnelle Ermüdung
Zwar ersetzt die Bindegewebsmassage keine medizinische Diagnostik, sie kann jedoch im Rahmen einer physiotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden, um die Gewebedurchblutung und Beweglichkeit zu unterstützen.
Wer seine durchblutung verbessern möchte, sollte immer die Ursache möglicher Durchblutungsstörungen ärztlich abklären lassen. Insbesondere bei plötzlich auftretenden Beschwerden ist eine medizinische Untersuchung wichtig.
Reflexzonen der Bindegewebsmassage
Die klassischen Bindegewebszonen befinden sich vor allem am Rücken.
Nach traditioneller Reflexzonentheorie werden verschiedene Abschnitte des Rückens bestimmten Körperregionen zugeordnet:
- Lendenbereich: Becken und Beine
- Untere Brustwirbelsäule: Bauchraum und Verdauungssystem
- Obere Brustwirbelsäule: Brustkorb und Schultern
- Halswirbelsäule: Nacken- und Kopfbereich
Diese Zuordnungen dienen der Behandlungsplanung, ersetzen jedoch keine medizinische Diagnose.
Bindegewebsmassage bei Beschwerden der Beine
Obwohl die Behandlung häufig über Reflexzonen am Rücken erfolgt, kann die Bindegewebsmassage auch in ein Behandlungskonzept für die Beine integriert werden.
Insbesondere bei:
- Spannungsgefühlen
- eingeschränkter Gewebebeweglichkeit
- schwerem Beinempfinden
- funktionellen Durchblutungsproblemen
wird die Methode von Physiotherapeuten eingesetzt.
Wichtig ist jedoch, dass geschwollene, gerötete oder schmerzhafte Beine immer medizinisch untersucht werden müssen. Dies gilt insbesondere bei Verdacht auf eine Thrombose.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Vor Beginn erfolgt eine ausführliche Anamnese.
Dabei werden unter anderem besprochen:
- aktuelle Beschwerden
- Vorerkrankungen
- Medikamente
- frühere Behandlungen
Die Massage wird häufig in Bauchlage durchgeführt.
Typische Grifftechniken umfassen:
- Hautzüge
- Schiebetechniken
- kurze hakenförmige Bewegungen
- gezielte Reflexzonengriffe
Das Empfinden unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Wellnessmassage. Viele Patienten beschreiben die Behandlung als ziehend, schneidend oder intensiv.
Eine leichte Rötung der Haut nach der Behandlung ist nicht ungewöhnlich.
Kosten und Behandlungsdauer
Die Kosten einer Bindegewebsmassage hängen von verschiedenen Faktoren ab:
- Qualifikation des Therapeuten
- Behandlungsdauer
- Region
- Einbindung in eine physiotherapeutische Verordnung
Häufig wird die Methode als Bestandteil einer umfassenden physiotherapeutischen Behandlung durchgeführt.
Die Anzahl der Anwendungen richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und dem Therapieziel.
Mögliche Nebenwirkungen der Bindegewebsmassage
Wie viele physiotherapeutische Maßnahmen kann auch die Bindegewebsmassage vorübergehende Reaktionen auslösen.
Dazu gehören:
- Hautrötungen
- Druckempfindlichkeit
- Muskelkaterähnliche Beschwerden
- Müdigkeit
Diese Reaktionen klingen in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder ab.
Wann sollte keine Bindegewebsmassage durchgeführt werden?
Eine sorgfältige Abklärung ist besonders wichtig bei:
- akuten Entzündungen
- Fieber
- frischen Operationen
- offenen Wunden
- aktiven Krebserkrankungen
- schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Verdacht auf Thrombose
- ausgeprägten Krampfadern
Auch während der Schwangerschaft sollte die Behandlung nur nach individueller Rücksprache erfolgen.
Worauf sollte man bei der Wahl eines Therapeuten achten?
Da die Bindegewebsmassage sehr spezifische Kenntnisse erfordert, sollte sie ausschließlich von entsprechend ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden.
Ein qualifizierter Therapeut:
- erklärt die Behandlung verständlich
- informiert über mögliche Reaktionen
- berücksichtigt individuelle Beschwerden
- erstellt einen angemessenen Behandlungsplan
Vorsicht ist bei Anbietern geboten, die behaupten, schwere Erkrankungen allein über Reflexzonen erkennen oder heilen zu können.
Bindegewebsmassage im Überblick
| Aspekt | Beschreibung |
| Hauptziel | Behandlung von Haut-, Unterhaut- und Faszienstrukturen |
| Technik | Zieh-, Schiebe- und Dehnreize |
| Typisches Gefühl | Ziehend, intensiv, teilweise scharf |
| Verwendung von Öl | Meist nicht erforderlich |
| Häufige Einsatzgebiete | Spannungen, Bewegungseinschränkungen, Unterstützung der Durchblutung |
| Durchführung | Durch speziell geschulte Therapeuten |
Fazit
Die Bindegewebsmassage ist eine spezielle physiotherapeutische Methode, die gezielt auf Haut- und Unterhautstrukturen einwirkt. Wer verstehen möchte, was ist Bindegewebe, erkennt schnell die zentrale Rolle dieses Gewebes für Beweglichkeit, Stabilität und Körperwahrnehmung.
Besonders im Bereich bindegewebe med gewinnt die Bedeutung von Faszien- und Bindegewebsstrukturen zunehmend an Aufmerksamkeit. Darüber hinaus kann die Methode unterstützend eingesetzt werden, wenn Patienten ihre Durchblutung verbessern möchten oder unter Beschwerden wie schlechte Durchblutung Beine leiden.
Wichtig bleibt jedoch: Die Bindegewebsmassage ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder medizinische Behandlung. Richtig angewendet kann sie jedoch ein sinnvoller Bestandteil eines ganzheitlichen Therapie- und Gesundheitskonzeptes sein.
Häufige Fragen zur Bindegewebsmassage
Erfahren Sie mehr über Wirkung, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und die richtige Anwendung der Bindegewebsmassage.
Was ist Bindegewebsmassage und wie wirkt sie?
Die Bindegewebsmassage (BGM) ist eine manuelle Reflextherapie. Mit gezielten Fingerstrichen soll sie über Reflexwege die Durchblutung und bestimmte Körperfunktionen beeinflussen. Entwickelt wurde sie von Elisabeth Dicke.
Bei welchen Beschwerden hilft Bindegewebsmassage, auch bei Durchblutungsstörungen?
Sie wird ergänzend bei Verspannungen, Rückenschmerzen und bestimmten funktionellen Beschwerden eingesetzt. Bei Durchblutungsstörungen oder anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Die wissenschaftliche Evidenz ist begrenzt.
Welche Nebenwirkungen hat Bindegewebsmassage und wer sollte darauf verzichten?
Mögliche Nebenwirkungen sind Hautrötungen, vorübergehende Schmerzen oder kleine Blutergüsse. Bei Fieber, Infektionen, Hautverletzungen, akuter Thrombose, instabilen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tumorerkrankungen oder Schwangerschaft sollte die Behandlung vorher medizinisch abgeklärt werden.
Kann ich Bindegewebsmassage selbst machen? Gibt es eine Anleitung als PDF?
Lassen Sie sich die Technik zunächst von einer qualifizierten Fachkraft zeigen. Eine PDF-Anleitung kann als Gedächtnisstütze dienen, ersetzt aber keine praktische Einweisung. Bei Schmerzen oder Schwindel sollten Sie aufhören.
Wie unterscheidet sich die Behandlung an Rücken, Bauch, Beinen und Gesicht?
- Rücken: Häufig bei Verspannungen und Rückenschmerzen behandelt.
- Bauch: Besondere Vorsicht bei akuten Beschwerden und Schwangerschaft.
- Beine: Bei Durchblutungsproblemen zuerst ärztlich abklären lassen.
- Gesicht: Nur sanft anwenden; Faltenreduktion ist nicht ausreichend belegt.


